Stressbewältigung mit lösungsfokussierten Fragen oder wie der Karren aus dem Dreck kommt!


Stress lass‘ nach

Stress kennt jeder und während er in den 90-ziger Jahren des letzten Jahrhunderts noch als Indikator für die Wichtigkeit der eigenen Person herhalten musste, ist er heute eher ein unerfreulicher und ständiger Begleiter im Alltag mit spürbaren Auswirkungen für alle Beteiligten. Während vor 20 Jahren Fehlzeiten aufgrund von psychischer Belastung so gut wie gar nicht vorkamen, machen sie heute ein Drittel der Krankschreibungen aus.


Studien zur Ursache von Stress gibt es zahlreiche und auch für Sie wäre es vermutlich relativ leicht möglich, Ihre Stressoren zu benennen – Lärm, eine Flut von Aufgaben, familiäre und berufliche Anforderungen unter einen Hut bringen, Staus, eng getaktete Termine usw…


Im Fokus die Lösung

Die Erkenntnis zu haben, ist nützlich, hilft aber noch nicht weiter. Mit lösungsfokussierten Fragen haben Sie ein praxistaugliches und erprobtes Mittel in der Hand, auf direktem Weg Lösungen zu finden. All das, ohne erst tief in die Problemanalyse einsteigen zu müssen.


Positionieren Sie sich!

Mit der ersten Frage positionieren Sie sich:

Auf einer Skala zwischen 0 und 10 – „0“ steht für „ich habe keinen Stress“ und „10“ steht für, „der Stress ist kaum auszuhalten“-, wo auf der Skala positionieren Sie sich?


Erkennen Sie Ihre Ressourcen!

Angenommen, Sie nennen als Position die sieben. Bei der nächsten Frage geht es darum, was sie alles an Fähigkeiten, Gedanken und Handlungen bereits nutzen. Was sind also Ihre Ressourcen, die Ihnen ermöglichen, auf der „sieben zu stehen“. Die Frage lautet: Was hat dazu geführt, dass Sie heute auf der sieben und nicht auf der acht, neun oder zehn stehen? Identifizieren Sie so viele Punkte wie möglich und schreiben Sie sie sich auf. Wenn Sie mögen, lassen Sie sich die Fragen stellen und bitten Sie den Fragesteller, so lange die Frage „… und was noch?“ zu wiederholen, bis Ihnen nichts mehr einfällt. Das Gleiche gilt auch für Sie: wiederholtes Nachfragen mit „… und woran noch?“ ist zwar ungewohnt, auch anstrengend, aber meistens sehr lohnenswert.


Positionieren Sie sich neu!

Nachdem Sie wissen, wo Sie stehen und wie Ihnen das gelingt, geht es gedanklich jetzt in die Zukunft, näher an den gewünschten Zustand heran.


Mit der Frage: „Was wäre ein nächster guter Schritt auf der Skala?“ … Achtung, Achtung: Bitte nutzen Sie Schritt- und nicht Lichtgeschwindigkeit, damit es realistisch bleibt. Angenommen Sie nennen jetzt die Fünf.


Lassen Sie sich überraschen!

Die nächste Frage: „… und angenommen Sie stehen jetzt auf der Fünf, was genau ist dann anders? Woran genau werden Sie es bemerken?. Was denken, sagen oder tun Sie dann anders als auf der Sieben?“ Und auch bei dieser Frage gilt, fragen Sie so lange, bis nichts mehr kommt.


Lassen Sie sich überraschen, was Ihnen alles einfällt, und sobald Sie meinen, Ihnen fällt nicht noch etwas ein, kann es gut sein, dass ein noch wirklich interessanter, unverhoffter Punkt kommt. Also bleiben Sie dran.


Der Trick bei der Beantwortung dieser Frage und damit dem Erfolg Ihrer Bemühungen liegt darin, so konkret wie möglich zu beschreiben, was dann anders ist. Hier noch ein Beispiel aus meiner Coachingpraxis.


Praxisfall

Eine junge Frau, Ende 20 hat ihren ersten Job als Projektleiterin in der IT, der bei ihr zu Stress führt. Als Stresssymptome nennt sie, dass sie auch zu Hause an die Arbeit denkt, sie sich unklar über die Prioritäten ist, erschöpft ist, Kopfweh hat und schlecht schlafen kann. Auf die Frage nach der Position auf der Skala antwortet sie mit 7-8.


Als Ressourcen nennt sie den Satz: „Das geht noch schlimmer“, außerdem: „Ich schaue mir einen Film an oder schalte bei der Arbeit bewusst ab, indem ich aufstehe und bei schönem Wetter kurz raus in die Sonne gehe, delegieren, transparent machen, was geht und was nicht, nein sagen, Aufgaben abhaken können“.


Gefragt nach der Neupositionierung, die mit vier bis fünf angegeben wird, kommen u.a. die Punkte: „Die Arbeit, die ich mir für heute vorgenommen habe, schaffe ich auch, ich könnte andere spontan unterstützen und ich könnte zu Hause loslassen, mir sagen:“ Ich habe jetzt Freizeit“.


Jetzt geht es darum, die Punkte zu konkretisieren:“ Wie genau gelingt es Ihnen, sich so viele Aufgaben vorzunehmen, wie Sie schaffen? … und was ist dann anders, wenn jetzt eine weitere Anfrage kommt, … und wie gehen Sie damit um, wenn doch eine Aufgabe liegen bleibt, was ist dann (auf der 4-5) anders?“


Über das Konkretisieren entsteht so ein detailliertes Bild, wie die angestrebte Situation aussieht und es eröffnen sich entsprechende Wege, die an das gewünschte Ziel führen.


Entsprechend ihrer Antworten haben wir dann noch mit dem Personal Kanban (siehe Podcast) gearbeitet und es an ihre konkrete Situation angepasst.


Wie der Karren aus dem Dreck kommt!

Unter dem Motto: „Wenn ich weiß, wie ich den Karren in den Dreck gefahren habe, weiß ich noch lange nicht, wie ich ihn wieder rausbekomme“, sind lösungsfokussierte Fragen, die Antwort darauf, wie ich den Karren aus dem Dreck herausbekomme, ohne, dass ich den ersten Teil wissen muss.


Viel Erfolg und gute Erkenntnisse beim Ausprobieren. Wenn Sie eine versierte Fragenstellerin suchen, die Telefonnummer finden Sie rechts oben auf der Seite oder Sie schreiben mir eine Mail an: info@consens-regenscheidt.de


Herzlich Ulrike Regenscheidt


Kategorie:Blogs von Ulrike Regenscheidt 7. Mai 2018

Autor:Online Redaktion

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